Montag, 7. April 2025

Forum Generationenmanagement, Coffee Break 50+

Arbeiten 5.0 – Lebensphasenorientierte Arbeitszeiten am Beispiel des UKE

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat im Rahmen seines Betrieblichen Gesundheitsmanagements das innovative Projekt "Arbeiten 5.0" ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, die Dienstzeiten in der Pflege flexibler zu gestalten und dabei die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflegefachpersonen und Ärzten/-innen zu optimieren.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Anpassung der Arbeitszeiten an die unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeitenden. So sollen alle Beschäftigte, unabhängig von Alter oder familiären Verpflichtungen, von individuell zugeschnittenen Arbeitszeitmodellen profitieren.

Das Modell "Arbeiten 5.0" wurde 2019 vom UKE initiiert und 2021 zunächst sechs Monate auf Pilotstationen getestet und parallel evaluiert. Das Projekt wurde für seine innovative Herangehensweise 2024 mit dem Deutschen Demografie Preis in der Kategorie "Zukunft der Arbeit" ausgezeichnet.

Ziele des Projekts

Das Projekt verfolgt primär zwei Ziele:

Flexibilisierung der Arbeitszeiten: Pflegefachpersonen und pflegenahen Berufsgruppen soll es ermöglicht werden, ihre Arbeitszeiten nach ihren individuellen Bedürfnissen zu gestalten. Dies betrifft insbesondere die Gestaltung der Dienstzeiten, die je nach Lebensphase unterschiedliche Anforderungen an die Mitarbeitenden stellen. Das UKE ermöglicht es den Mitarbeitenden, zum Beispiel Kurzdienste zu wählen oder längere Dienste anzusetzen, um mehr freie Tage zu gewinnen.

Optimierung der interprofessionellen Zusammenarbeit: Eine verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Pflegefachpersonen und Ärzten/-innen steht ebenfalls im Zentrum des Projekts. Durch eine harmonisierte Arbeitszeitgestaltung sollen reibungslosere Abläufe und eine bessere Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, die sowohl den Mitarbeitenden als auch den Patienten/-innen zugutekommen.

Flexibilität für verschiedene Lebensphasen

Ein wesentlicher Aspekt von "Arbeiten 5.0" ist die Lebensphasenorientierung der Arbeitszeiten. Die Anforderungen und Bedürfnisse an Arbeitszeiten ändern sich je nach Lebensphase. Während jüngere Pflegefachpersonen möglicherweise eine höhere Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten wünschen, könnten ältere Mitarbeitende oder jene mit familiären Verpflichtungen eher stabilere und planbare Dienstzeiten bevorzugen. Das Projekt zielt darauf ab, diese verschiedenen Bedürfnisse zu erkennen und entsprechend flexiblere Arbeitszeitmodelle zu entwickeln, die es jedem Mitarbeitenden ermöglichen, eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu erreichen.

Mittlerweile ist das Modell auf allen psychiatrischen und somatischen Stationen des UKE etabliert und wird von der Techniker Krankenkasse unterstützt. Die Flexibilität hat nicht nur zur Reduktion der Arbeitsbelastung beigetragen, sondern auch die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden gestärkt, was durch das positive Feedback der Beschäftigten belegt wird.

Über die Referentinnen:

Ulrike Mühle Ulrike Mühle ist Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie ist an der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf beschäftigt und leitet das Projekt "Arbeiten 5.0". Durch ihre fundierte Ausbildung und umfangreiche Erfahrung in der Pflege bringt sie sowohl Fachwissen als auch praktische Perspektiven in ihre Arbeit ein.

Christine Navarro ist Gesundheitswissenschaftlerin mit einem Bachelor of Science in Gesundheitswissenschaften und einem Master of Arts in Medizinmanagement. Derzeit arbeitet sie als Projektmanagerin in der Abteilung für Projekt- und Changemanagement am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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Arbeiten 5.0 – Lebensphasenorientierte Arbeitszeiten am Beispiel des UKE

Montag, 7. April 2025
von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr

online via Zoom


Kontakt


Die Netzwerkstelle "Demographie Netzwerk Hamburg" wird im Rahmen des Projekts "Fachkräfte für Hamburg" von der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert und durch das Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung Hamburg – Hamburger Fachkräftenetzwerk unterstützt.

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